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Vorbild am Handy

Netzblick 1/2019

Wer sieben Tage auf Social Media verzichtet kann Entzugserscheinungen, wie von Suchtmitteln bekommen. Das ergibt eine kürzlich veröffentliche Studie  aus Österreich. Viele Schulen schlagen schon länger Alarm und wollen die Schüler auf „Smart-Phone-Entzug“ setzen. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes fordert für Schüler bis 14 ein grundsätzliches, deutschlandweites Handyverbot. Konzentrationsprobleme im Unterricht und Mobbinggefahr in der Pause sind die Gründe. In Frankreich hat das Parlament diesen Sommer für Kinder von 3 bis 15 internetfähige Mobilgeräte in Klassen, auf Schulhöfen und auf Klassenfahrten verboten. Ausnahmen gelten für Gymnasien, die sich eigene Regeln geben dürfen. Weil in Deutschland die Länder für Bildung zuständig sind, ist ein einheitlicher Ansatz schwierig. In Bayern etwa sind mobile Geräte auf dem gesamten Schulgelände auszuschalten und können bei Verstoß vorübergehend einkassiert werden. Häufig ist es in den Bundesländern aber den Schulen überlassen, den Einsatz der mobilen Geräte zu regeln. Das ist flexibel, aber es wälzt die Verantwortung ab. Der Umgang mit digitaler Alltagstechnik in der Schule ist ein gesellschaftsrelevantes Problem der Bildungspolitik. Es geht um den Schutz der Schüler. Die Weltgesundheitsorganisation erkennt exzessives Computer- oder Videospielen („Online-Spielsucht“) als  Krankheit an. Auch wenn hier noch vieles unerforscht ist: Das Smart-Phone rückt die Liga der Drogen auf. Es geht aber zugleich um teilweises elterliches Selbstverständnis, wonach Handys harmlos sind und die Erreichbarkeit des Kindes über dem Bildungsauftrag steht. Gleich wie der Staat sich in Gesetzen entscheidet, liegt die Verantwortung bis auf weiteres konkret bei Eltern, Lehrern und Schulen. Albert Einstein war vermutlich kein ausgewiesener Experte für Medienerziehung. Er hat aber eine gute Lösung und die fängt bei der Nase der Eltern an: „Es gibt keine andere vernünftige Erziehung, als Vorbild zu sein, wenn´s nicht anders geht ein abschreckendes“, heißt es in „Mein Weltbild“. 

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