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Datenschutz und Datensicherheit in der Digitalisierung

„Das Internet ist für uns alle Neuland.“ Für diesen Satz gab es 2013 viel Häme. Er ist immer noch richtig, denn wer kann von sich behaupten, die Folgen der fortschreitenden Digitalisierung zu überblicken. Und dennoch haben wir einen Punkt erreicht, an dem niemand mehr behaupten kann, das Internet sei noch so neu, als könne man nicht sehen, dass es die Gesellschaft verändert. Wer meint, dass die Auflösung der Privatsphäre keine Folgen hinterlässt, der ist naiv. Zugleich leben wir gerne in der digitalisierten Welt, der wir uns so wenig entziehen können wie der Schwerkraft.

Wir müssen Verantwortung für unser Leben in der Digitalisierung übernehmen, die ihren Anforderungen gerecht wird. Dabei sind die Gefahren der Digitalisierung genauso wichtig, wie ihre Möglichkeiten. Es gilt beiderlei Hinsicht Augenmaß zu wahren. Wenn sich ein technischer Standard, wie die WPA2-Verschlüsselung, der unsere Daten im Netz schützt, als löchrig erweist, müssen wir kühl abwägen, wie zu reagieren ist. Panik ist genauso unangebracht, wie angesichts der bekannten Sicherheitslücken munter weiterzusurfen.

Wir Bürger müssen bereit sein, die digitale Welt zu verstehen. Das ist die Anforderung der neuen Technik, mag sie auch komplex sein. Die Datenschutz-Grundverordnung zwingt uns dieses Verständnis mit ihren hohen Transparenzpflichten nahezu auf. Das europäische Datenschutzrecht verlangt von der Wirtschaft den Bürger auch dann über Details der Datenverarbeitung zu informieren, wenn das auf den ersten Blick geschäftsschädigend ist.

Wir müssen in Forschung investieren, die auf Fehlersuche nach Schwachstellen geht. Jeden Fehler, den wir machen und entdecken, sollten wir feiern, weil er uns der sicheren Erschließung des Neulands ein Stück näher bringt.

Ebenso müssen wir Datenschutz und Datensicherheit als Einheit betrachten. Was nutzt ein vernetztes Auto, das nach allen Standards des Datenschutzes für den Fahrer betrieben wird, wenn es ein Hacker über eine Sicherheitslücke im Datenkanal der Bordelektronik bei voller Fahrt anhalten kann? Die Wirtschaft muss Datenschutz und Datensicherheit so sehr in die DNA ihrer Anwendungen und Produkte implementieren, wie ein Koch nur Eier ohne Salmonellenbefall verwendet.

Ob der Schutz der Privatsphäre „Made in Europe“ sich als positiver Wirtschaftsfaktor und als Exportschlager erweist, wird sich erst in Zukunft entscheiden. Der Staat muss jetzt unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorgaben aus Europa für Recht und Sicherheit im Netz Lösungen finden, die die Wirtschaft nicht strangulieren. Ihr muss ein Maximum an Freiraum im Rahmen des rechtlich Möglichen eingeräumt werden, damit sie konkurrenzfähig bleibt.

Die angesprochenen Fragen sind grundlegend und wir müssen sie für die unternehmerische Praxis herunterbrechen. Gelegenheit dazu bietet die 41. DAFTA am 16. und 17. November in Köln.

Ihr
Rolf Schwartmann

 

Rolf Schwartmann

 Ihr Rolf Schwartmann 

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