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Editorial 1/2017: Teure Datensünden

Das neue Jahr ist noch jung und vielleicht ist ja noch ein wenig Platz auf der Liste der guten Vorsätze. Gesünder essen, mehr bewegen, vielleicht etwas sparen. Das sind Klassiker. Aber was ist mit den vielen persönlichen Geheimnissen, die viele achtlos herausposaunen? In der Schlange beim Arzt hört man Krankengeschichten Fremder. In der Bahn versorgt so mancher das ganze Abteil mit heiklen Personalangelegenheiten aus dem Job. Die Profile bei WhatsApp zeigen oft Kinder, deren Foto man besser nicht jedem fast Fremden, mit dem man die Handynummer tauscht, zum möglichen Kopieren in die Favoritenleiste aufs Handy lädt. Beim Autohändler wird  man auf einem Bildschirm für alle sichtbar namentlich begrüßt. Leiht man sich dort ein Fahrrad, um die autolose Zeit zu überbrücken, wird erst mal der Personalausweis kopiert. Das alles sind schützenswerte persönliche Informationen, die man nach dem Datenschutzrecht nicht unbefugt verbreiten darf, wenn sie Dritte betreffen. Mit Privatleuten, die unbefugt fremde Daten verraten, ist das Recht gnädig. Für Unternehmen, die gegen Datenschutzrecht verstoßen kann es künftig teuer werden. Maximal 20 Millionen Euro können europaweit aufgerufen werden. Das Büßen für Datensünden kann teuer werden.

Wie wäre es im neuen Jahr mehr auf die eigene Privatsphäre zu achten und vor allem auf die Dritter? Vielleicht finden Babys es ja gar nicht schön, wenn Eltern gegen die sie sich nicht wehren können, sie mit Weihnachtsmütze zum Profilbild machen? Und das nicht nur deshalb, weil die Weihnachtszeit vorbei ist, sondern weil es peinlich ist. 

Rolf Schwartmann

 Ihr Rolf Schwartmann 

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