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Lebende Roboter

Netzblick 2/2020

Blutegel sind wundersame Wesen, die man zu Heilzwecken einsetzen kann. Sie saugen Blut und geben dabei zugleich Heilstoffe an den Körper ab, von dem sie sich ernähren. Nun bekommen sie Mitstreiter. Sogenannte Xenobots werden aus den Zellen eines Frosches entwickelt. Forscher haben Computer-Simulationen zum Erreichen eines vorgegebenen Ziels mögliche Zusammensetzungen einiger Hundert Zellen berechnen lassen und am Ende die optimal erscheinenden Varianten ausgewählt. Nach diesem Vorschlag züchtete man Zellen und setzte sie zu Organismen zusammen, die es in der Natur nicht gibt. Die millimetergroßen Kreaturen bewegen sich nach den Vorgaben des Computers. Sie können alleine oder im Team Objekte bewegen. Teilt man sie künstlich, dann setzen sich wieder zusammen und arbeiten weiter. So können sie etwa Medikamente im menschlichen Körper optimal verteilen. Nach wenigen Tagen zerfallen sie und werden abgebaut. Neue Arten hervorzubringen war bislang nicht die Domäne des Menschen. Xenobots lehren uns umzudenken. Sie tragen das Genom von Fröschen in sich und sind dennoch keine Frösche. Biologisch gesehen sind sie von Menschen mit Hilfe künstlicher Intelligenz nach dem Vorbild der Evolution geschaffene neuartige „Organismen“, eine Art „lebende“ Roboter. Auch wenn man sie kaum in Stand der Lebewesen erheben kann, stellen sie eine Herausforderung dar, nicht nur für Betrachtung der Evolution. Sie werfen auch Fragen der Medizin, Ethik und Biologie auf. 

https://www.uvm.edu/uvmnews/news/team-builds-first-living-robots

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