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Editorial 2/2017: Was bedeutet smart?

Viele lieben digitale Geräte, weil sie so smart sind. Der englische Begriff hat mehrere Bedeutungen. Sie reichen von aufgeweckt über intelligent und schick bis zu gepflegt und gerissen. Was ist an einem Phone smart? Man kann biometrische Fotos damit machen. Es gibt Smartphones, die selbständig Alben mit Personen anlegen, die man mehrfach geknipst hat. Es vergleicht dazu die Gesichter im Fotoalbum. Das ist künstlich intelligent und sehr schick. Man kann die biometrischen Fotos mit einem digitalen Fingerabdruck vergleichen.

Ich habe nicht herausgefunden, wie ich verhindern kann, dass das Handy biometrische Aufnahmen macht. Bin ich zu dumm für mein schlaues Handy? Nein, das ist im smarten Gerät so vorgesehen und für den Nutzer nicht zu ändern. Auch wie man das Anlegen der Alben verhindern kann, habe ich nicht heraus bekommen. Wenn es diese Funktion gibt, dann versteckt das Gerät sie vor mir. Das ist gerissen. Wenn man genau hinsieht, ist das alles nicht nur schlau oder schick, sondern auch rechtswidrig. Das Datenschutzrecht gestattet es spätestens nach den Regeln der EU Datenschutz-Grundverordnung nämlich nur unter engen Voraussetzungen, biometrische Aufnahmen anzufertigen und zu verwenden. Das macht aber jeder, der mit seinem Smartphone Fotos von anderen macht, um sie ungefragt bei WhatsApp oder Facebook zu posten.

Der berufliche und private Einsatz von Smartphones mit Biometrie-Funktion ist nur ein Beispiel. Dass es viele mehr gibt wird klar, wenn man bedenkt, dass jede modere Videokamera etwa zur Eingangskontrolle im Betrieb, oder als Dashcam biometrische Aufnahmen machen kann. Wenn man genau hinsieht, erkennt man, das Smart ganz schön oft auch rechtswidrig bedeutet.

 Rolf Schwartmann

 Ihr Rolf Schwartmann 

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