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Editorial 4/2017: Harte Zeiten für Onlinegiganten

Editorial 4/2017

WhatsApp darf man nur nutzen, wenn vorher alle Kontaktpersonen im Telefonverzeichnis ihr Einverständnis mit der Weitergabe der Telefonnummer an WhatsApp gegeben haben. So sieht es ein deutsches Amtsgericht  und es ist nicht überraschend. Erstaunlich ist allerdings, wie lange es dauerte, bis ein Gericht festgestellt hat, was für jeden Datenschützer irgendwie selbstverständlich ist. Einem Unternehmen, das mit Daten Geschäfte macht, darf man nicht ungefragt Einblick personenbezogenen Daten Dritter geben. WhatsApp darf ja die fremden Daten im Handy auch nicht abschreiben lassen, ohne dass die Berechtigten das erlaubt haben.

Wer das Urteil ernst nimmt, der kann andere datenschutzfreundlichere Messangerdienste nutzen. Die verwendet aber sonst kaum jemand. Allen WhatsApp-Nutzern – also gefühlt 80 % der Handynutzer - muss man ab dann wieder Briefe schreiben.  Das klingt hart. Eine andere Möglichkeit wäre es, dass WhatsApp – das Facebook gehört – seine Datenschutzeinstellungen dem Recht anpasst. Das verlangt zumindest das neue europäische Datenschutzrecht.

Wer sich nicht daran hält, den kann es sehr hart treffen. Nach der Datenschutz-Grundverordnung drohen drakonische Bußgelder von bis zu 4 % des Vorjahresumsatzes. Bei gut 8 Milliarden US-Dollar Umsatz bei Facebook macht das 320 Millionen. Darüber könnte man sich nicht einmal beschweren. Immerhin soll Google für das Manipulieren von Preisvergleichen 2,42 Milliarden Euro zahlen. Zugegeben: Das ist ein spektakulärer Fall. Er zeigt aber, dass die Rechtsdurchsetzung auch gegenüber vor Onlinegiganten begonnen hat.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer!

Rolf Schwartmann

 Ihr Rolf Schwartmann 

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